Costners Staubsauger gegen die Ölkatastrophe
Rund fünf Wochen nach Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko strömt immer noch unaufhörlich Öl ins Meer und ein Ende ist noch immer nicht in Sicht. Nun bietet Hollywood-Star Kevin Costner seine seit 15 Jahren entwickelten Systeme zur Lösung des Problems an.
Bis zu 151 Millionen Liter Öl sind seit Beginn der Katastrophe bereits ins Meer gelangt, rund 800.000 Liter täglich. Das Öl- und Energieunternehmen BP hat zwar bereits diverse Aktionen unternommen, um das Leck in 1500 Metern Tiefe zu stopfen und weiteres Ausströmen von Öl zu verhindern, allerdings blieben die Versuche bisher alle erfolglos.
Das System
Kevin Costner hat BP nun zusammen mit seinen Partnern und Anwälten sein System vorgestellt und ihnen ein Hilfsangebot unterbreitet. Dieses wurde bewilligt und soll noch diese Woche zum Einsatz kommen. Die von Costner entwickelten Systeme funktionieren mit einer zentrifugalen Öl-Scheidevorrichtung im Prinzip wie riesige Staubsauger und Polsterdüsen: Zentrifugen schleudern das Öl aus dem Wasser und machen die Bestandteile Wasser und Öl zu 99 Prozent wieder rein und brauchbar. Wenn alles nach Plan läuft und die Maschinen so funktionieren wie versprochen, könnten in der Golfregion 26 von Costners Maschinen platziert werden und täglich 7,6 Millionen Liter Wasser säubern.
Optimierung für den Einsatz
Die Maschinen sitzen auf Lastkähnen, sollen das ölige Wasser aufsaugen und es mit einer hohen Geschwindigkeit herumschleudern. Die Systeme sind sehr robust und aus rostfreiem Stahl. Sie wiegen etwas über zwei Tonnen und sind fast 2 Meter hoch. Pro Tag soll eine Maschine rund 830.000 Liter Wasser filtern können und der Ölpest somit schnell Abhilfe schaffen, bevor noch mehr Unheil passiert. Derzeit läuft eine Testphase und parallel dazu werden Costners Maschinen von einem wissenschaftlichen Team der Firma Aerospace für den Einsatz optimiert. Durch die Chemikalien, die BP zur Auflösung des Ölteppichs eingesetzt hat, habe sich die Konsistenz des Öls stark verändert und in eine dickflüssige Emulsion verwandelt. Das Öl ähnelt nun teilweise in seiner Beschaffenheit Erdnussbutter und darauf müssen die Maschinen noch vor ihrem Einsatz vorbereitet werden, um auf dem Meer gute Arbeit leisten zu können.
Resultat und Chancen
Das Ergebnis klingt sehr vielversprechend und zukunftsweisend, wenn nach dem Reinigungsvorgang wirklich ein Reinheitsgrad von 99 Prozent erreicht werden sollte – sowohl für das Wasser als auch für das Öl. Dies stellt natürlich gleichzeitig einen hohen Anreiz für die Ölindustrie dar, wenn das verloren gegangene kostbare Öl durch Costners Erfindung doch noch verwendet werden könnte. Kevin Costner arbeitet seit 15 Jahren an der Entwicklung dieser Systeme und investierte rund 24 Millionen Dollar (19 Millionen Euro). Nun scheinen sich seine Mühen und seine Investitionen auszuzahlen und der Hollywoodstar erscheint als Licht am Ende des (Öl-)Tunnels.